Kurze Einleitung: Die New Orleans Saints sind viel mehr als ein Football-Team – sie sind das Symbol einer Stadt, die sich nach der Katastrophe von Hurricane Katrina neu erfunden hat. Der Super Bowl-Sieg 2009 war einer der emotionalsten Momente in der Geschichte des Sports. Dieser Guide erklärt alles für deutsche Fans, die New Orleans und Football erleben wollen.
⚡ Quick Facts auf einen Blick
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Vollständiger Name | New Orleans Saints |
| Gegründet | 1967 (Expansion) |
| Stadt | New Orleans, Louisiana (LA) |
| Conference | NFC |
| Division | NFC South |
| Stadion | Caesars Superdome |
| Kapazität | ~73.208 |
| Teamfarben | Schwarz, Gold, Weiß |
| Maskottchen | Gumbo (Hund, wenig bekannt) |
| Head Coach (2025) | Kellen Moore |
| General Manager | Mickey Loomis |
| Besitzer | Gayle Benson |
| Super Bowl Siege | 1 (XLIV/2009) |
| Conference Championships | 2 |
| Offizielle Website | neworleanssaints.com |
1. Geschichte & Ursprung
Die New Orleans Saints wurden am All Saints‘ Day – dem 1. November 1967 – gegründet, weshalb der Name „Saints“ eine doppelte Bedeutung hat: die religiöse (Heilige) und die musikalische (When the Saints Go Marching In). New Orleans, eine Stadt mit einzigartiger kultureller DNA aus französischen, spanischen, afrikanischen und karibischen Einflüssen, verdiente ein eigenes NFL-Team.
Die ersten Jahrzehnte waren geprägt von Frustration und Niederlagen. Die Saints wurden so häufig besiegt und so konsequent enttäuschend, dass Fans begannen, mit Papiertüten über den Köpfen ins Stadion zu kommen – um ihre Identität zu verbergen und ihre Scham auszudrücken. Der Spitzname „The Aints“ entstand. Archie Manning (Vater von Peyton und Eli Manning) war der treueste Quarterback einer Generation, die trotz aller Bemühungen keinen Erfolg kannte.
Der historische Wendepunkt kam mit Hurricane Katrina im August 2005. Der verheerende Sturm überflutete 80 Prozent von New Orleans und verursachte über 1.800 Tode sowie die Vertreibung von Hunderttausenden Bewohnern. Der Caesars Superdome – das NFL-Stadion – wurde zu einem der Notunterkünfte und Evakuierungszentren, in denen Zehntausende Überlebende untergebracht wurden. Die Bilder waren erschütternd.
Die Saints spielten die Saison 2005 größtenteils auswärts. Als sie 2006 zurückkehrten, empfing eine wiedergeborene Stadt ihr Team mit einer Begeisterung, die selbst abgebrühte Sportreporter zu Tränen rührte. Und 2009 – beim Super Bowl XLIV in Miami – gewannen die Saints den einzigen Super Bowl in ihrer Geschichte. Drew Brees, der MVP, weinte nach dem Spiel mit seinem kleinen Sohn auf dem Arm. Die gesamte Stadt New Orleans weinte mit. Es war nicht nur ein Sportmoment; es war ein Akt der Heilung einer verwundeten Stadt.
2. Erfolge & Titel 🏆
Super Bowl Siege
- Super Bowl XLIV (2010): New Orleans Saints 31 – Indianapolis Colts 17 | Drew Brees MVP
NFC/Conference Championships
- 2 NFC Championships (2009, 2018)
Weitere Erfolge
- 9 Division-Titel (NFC South)
- Drew Brees‘ Passing-Rekorde: in seiner Karriere überholte er Brett Favres Touchdown-Rekord und hielt zwischenzeitlich den All-Time-Passing-Yards-Rekord
3. Die größten Legenden
Drew Brees (QB, 2006–2020) – Brees ist die wichtigste Person in der Geschichte der Saints. Nachdem er von den San Diego Chargers nach einer schweren Schulter-OP aufgegeben wurde, kam er 2006 nach New Orleans in eine Stadt in Trümmern. Was folgte, war eine der bemerkenswertesten Karrieren in der NFL-Geschichte: über 80.000 Passing Yards (einmaligen Rekord), 571 Touchdown-Pässe, ein Super Bowl MVP. Aber vor allem: Brees baute in New Orleans ein Zuhause. Er und seine Frau Brittany spendeten Millionen für den Wiederaufbau der Stadt. Er ist ein Heiliger im wahrsten Sinne.
Archie Manning (QB, 1971–1982) – Manning ist das Ur-Symbol der Saints. Nie mit guten Mannschaften um ihn herum gesegnet, spielte er trotzdem mit Würde und Talent in einer glücklosen Franchise. Sein Erbe lebt vor allem durch seine Söhne Peyton und Eli – beide Super Bowl Champions, beide Hall of Famers.
Rickey Jackson (LB, 1981–1993) – Jackson ist einer der besten Linebacker in der NFL-Geschichte. Mit 128 Sacks in seiner Karriere (damals nicht offiziell gezählt) war er die defensivste Kraft in der Saints-Geschichte seiner Zeit. Erst 2010 in die Hall of Fame aufgenommen – viel zu spät.
Alvin Kamara (RB/WR, 2017–heute) – Kamara ist ein einzigartiger Spieler: Mehr Receiver als Running Back, mehr Jongleur als Kraftläufer. In seinem ersten Jahr gewann er Offensive Rookie of the Year. Zu Weihnachten 2020 erzielte er sechs Touchdowns in einem einzigen Spiel – NFL-Rekord, den er mit Dub Jones teilt.
Jimmy Graham (TE, 2010–2014) – Graham war fünf Jahre lang der dominierende Tight End der Liga. Unaufhaltbar in der Red Zone, mit einer Sprungkraft, die Cornerbacks und Safeties ohnmächtig ließ. Er erzielte in seinen Saints-Jahren 51 Touchdowns.
4. Das Stadion – Caesars Superdome
Der Caesars Superdome – offiziell seit 2021 nach dem Sponsor benannt – ist eines der bekanntesten Stadien der Welt und hat eine Geschichte, die weit über Football hinausgeht. 1975 eröffnet, war es seiner Zeit decades ahead: ein riesiges Domed-Stadium mitten in New Orleans, das Super Bowls, Fußball, Basketball und große Konzerte beherbergt.
Nach Hurricane Katrina wurde das Superdome zum Symbol des Schreckens – als Notunterkunft für Tausende Überflutete unter miserablen Bedingungen. Die Bilder gingen um die Welt. Doch als die Saints 2006 zurückkehrten, wurde das Stadion zum Symbol der Wiedergeburt. 70.000 Fans, Rockstar-Atmosphere, Tränen und Jubel – der erste Heimspieltag nach Katrina ist einer der berührendsten Momente in der Geschichte der NFL.
Das Stadion fasst 73.208 Zuschauer und ist bekannt für seine einzigartige Atmosphäre. Indoor, laut und in einer Stadt, die das Leben liebt, erzeugt der Superdome bei einem Heimspiel eine Energie, die mit nichts vergleichbar ist. New Orleans und Football – das ist eine Liebesgeschichte.
5. Maskottchen, Traditionen & Fan-Kultur
Gumbo – ein Hund als Maskottchen – ist wenig bekannt und spielt in der Außendarstellung der Saints kaum eine Rolle. Das eigentliche Maskottchen der Saints-Nation ist der Schlachtruf selbst: „Who Dat!“
„Who Dat Nation“ – die Saints-Fangemeinde – ist eine der leidenschaftlichsten und kreativsten in der gesamten NFL. Der Chant lautet vollständig: „Who dat? Who dat? Who dat say gonna beat dem Saints?“ – eine kulturell New Orleanische Phrase, die tief in der Stadtidentität verwurzelt ist. Wer ein Saints-Spiel besucht, bekommt diesen Chant nicht mehr aus dem Kopf.
Die Verbindung zwischen New Orleans‘ einzigartiger Kultur – Mardi Gras, Jazz, Kreolische Küche, die besondere Mischung aus Kulturen – und dem Football-Team macht jeden Spieltag zu einem kulturellen Erlebnis.
6. Die größten Rivalitäten
Die intensivste Rivalität in der NFL South haben die Saints mit den Atlanta Falcons. Beide Teams kämpfen regelmäßig um die Division, und die Begegnungen sind oft von hohem offensivem Niveau.
Eine besonders bittere Geschichte verbindet die Saints mit den Los Angeles Rams (früher St. Louis): In der NFC Championship 2018 wurde Saints-Receiver Tommylee Lewis von einem LA-Cornerback mit einem offensichtlichen Pass Interference-Foul getroffen, das die Referees nicht pfiffen. Die Saints verloren in Overtime. Der No-Call gilt als eine der schlimmsten Schiedsrichter-Entscheidungen in der NFL-Geschichte und führte zu Regeländerungen.
7. Mythen, Anekdoten & unvergessliche Momente
- Super Bowl XLIV und Hurricane Katrina (2010): Drew Brees steht nach dem Schlusston auf dem Feld, hält seinen Sohn Baylen im Arm, Confetti fällt – und weint. Eine ganze Stadt weint mit. Dieser Moment überstieg Football und wurde zum Symbol menschlicher Widerstandskraft. Nie war ein Sporttitel emotionaler als dieser.
- The Bountygate-Skandal (2012): Head Coach Sean Payton und Defensive Coordinator Gregg Williams wurden beschuldigt, ein System aufgebaut zu haben, bei dem Spieler Prämien für das Verletzen von Gegnern erhielten. Payton wurde für eine gesamte Saison gesperrt – die härteste Strafe für einen aktiven Coach in der NFL-Geschichte. Das Team hielt sich trotzdem wacker.
- The No-Call (NFC Championship 2018): Ramsey trifft Lewis vor Ort, kein Flag. Die Falten der Regelgeschichte wurden danach glattgebügelt – die NFL führte als Reaktion auf diesen Moment die Möglichkeit ein, Pass Interference zu reviewen (wurde später wieder abgeschafft).
- Die Aints-Ära: In den 1970er und 1980ern trugen Fans Papiertüten mit der Aufschrift „Bag Over My Head“ ins Stadion. Der Spitzname „The Aints“ entstand. Heute ist er nur noch Geschichte.
- Alvin Kamara’s 6-TD-Weihnachtstag (2020): Kamara erzielte sechs Rushing Touchdowns am 25. Dezember gegen die Vikings – ein Rekord, der seit 1951 Bestand hatte. Das war das perfekte Weihnachtsgeschenk für Who Dat Nation.
8. Hall of Fame – Die Unsterblichen
Pro Football Hall of Fame Inductees (New Orleans Saints):
– Jim Finks (GM/executive, 1995)
– Rickey Jackson (LB, 2010)
– Willie Roaf (OT, 2012)
– Morten Andersen (K, 2017)
– Drew Brees (QB, voraussichtlich 2024/25)
– Marques Colston (WR, verdient, noch nicht inducted)
9. Aktuelle Stars (Stand: Frühjahr 2025)
Derek Carr (QB) – Carr wurde 2023 als Brees-Nachfolger verpflichtet, kämpfte aber mit Verletzungen. Seine Gesundheit und Leistungsfähigkeit bestimmen maßgeblich die Saints-Zukunft.
Chris Olave (WR) – Olave hat sich als technisch versierter Receiver bewiesen. Mit präzisen Routen und einem guten Feeling für Spielphasen ist er der führende Pass-Catcher der aktuellen Saints-Offense.
Alvin Kamara (RB) – Kamara ist nach wie vor einer der vielseitigsten Offensive-Spieler der Liga. Ob als Rusher oder Receiver – er findet Wege, Defensive zurückzusetzen.
Hinweis: NFL-Rosters ändern sich regelmäßig. Bitte aktuelle Informationen auf neworleanssaints.com prüfen.
10. Tipps für deutsche Fans: So erlebst du ein Heimspiel live
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Saints-Heimspiele in New Orleans sind beliebt und die Atmosphäre ist einzigartig. Tickets über Ticketmaster oder StubHub. Preise starten bei ca. 70 USD.
Anreise & Unterkunft
Louis Armstrong New Orleans International Airport hat Verbindungen zu Hubs in New York, Atlanta und Dallas. Das Superdome liegt mitten im Warehouse District, wenige Blocks vom French Quarter. Hotels im French Quarter oder Central Business District bieten optimale Lage. Unterkünfte auf Booking.com*.
Gameday-Tipps
- Who Dat!: Lernt den Schlachtruf – er macht den Abend vollständig
- Schwarzgold tragen: Saints-Trikot in Schwarz oder Gold – Brees-Nummer 9 ist ein Klassiker
- Früher Tag geplant: New Orleans vor dem Spiel erkunden – French Quarter, Bourbon Street, bestes Essen der USA
- Mardi Gras-Stimmung: New Orleans feiert immer – Spieltag ist Party, egal was das Ergebnis ist
Kosten
- Tickets: 70–350 USD je nach Spiel
- Hotel New Orleans (1 Nacht): 150–400 USD (teuer in Mardi Gras-Zeit)
- Verpflegung im Stadion: 50–90 USD
- Außerhalb des Stadions: Weltklasse-Restaurants zu sehr vernünftigen Preisen
Fazit
Die New Orleans Saints sind Football und Kultur in einer unzertrennlichen Verbindung. Der Super Bowl-Sieg 2009, vier Jahre nach Hurricane Katrina, ist einer der bewegendsten Momente, den der Sport je produziert hat. New Orleans selbst – mit seinem Jazz, seinem Essen, seiner Geschichte und seinen Menschen – macht jeden Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis. Für deutsche Fans, die Amerika jenseits der Mainstream-Orte kennenlernen wollen, ist New Orleans an einem Saints-Spieltag eine Reise, die man sein Leben lang nicht vergisst.
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🔄 Stand: Mai 2026. NFL-Rosters, Coaches und Stadioninfos ändern sich regelmäßig. Bitte vor dem Besuch aktuellen Stand prüfen.





