Die Cincinnati Bengals sind das Team der unerfüllten Versprechen – und des spektakulärsten Comebacks. Drei Super Bowl-Niederlagen, ein Ruf als Franchise mit chronischem Pech, und dann: Joe Burrow und Ja’Marr Chase erschufen 2021 eines der aufregendsten Teams der NFL. Dieser Guide erzählt die Geschichte von „Who Dey“ – und warum die Bengals das vielleicht spannendste Team der AFC sind.
Quick Facts auf einen Blick
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Vollständiger Name | Cincinnati Bengals |
| Gegründet | 1968 (AFL) |
| Stadt | Cincinnati, Ohio |
| Conference | AFC |
| Division | AFC North |
| Stadion | Paycor Stadium |
| Kapazität | ~65.515 |
| Teamfarben | Schwarz, Orange |
| Maskottchen | Who Dey (Bengal-Tiger) |
| Head Coach (2025) | Zac Taylor |
| General Manager | Duke Tobin |
| Besitzer | Mike Brown |
| Super Bowl Siege | 0 (3 Niederlagen: XVI 1981, XXIII 1988, LVI 2021) |
| Conference Championships | 3 |
| Offizielle Website | bengals.com |
1. Geschichte und Ursprung
Die Cincinnati Bengals wurden 1968 von Paul Brown gegründet – einem der einflussreichsten Coaches und Franchise-Gründer der NFL-Geschichte, der zuvor die Cleveland Browns zu vier NFL-Meisterschaften geführt hatte. Es war Browns zweite große Football-Leidenschaft, und er formte die Bengals nach seinem Bild: fundamental sauber, taktisch klug und auf langfristigen Aufbau ausgerichtet.
Der Name „Bengals“ knüpfte bewusst an die Geschichte Cincinnatis an: Eine frühere professionelle Football-Mannschaft der Stadt hatte bereits diesen Namen getragen. Der Bengal-Tiger wurde zum Maskottchen, und das ikonische Schwarz-Orange-Farbschema mit den charakteristischen Tiger-Streifen auf dem Helm entstand – bis heute eines der kühnsten und wiedererkennbarsten Designs in der gesamten NFL.
Die Bengals fanden schnell ihren Platz in der AFC, aber Titel blieben aus. 1981 und 1988 erreichten sie den Super Bowl – und verloren beide Male dramatisch, beide Male gegen die San Francisco 49ers. Die 1988er Niederlage war besonders schmerzhaft: Ein letzter Drive von 49ers-Quarterback Joe Montana führte zum entscheidenden Touchdown mit 34 Sekunden auf der Uhr.
Die Jahre nach Paul Browns Tod 1991 waren von Stagnation geprägt. Das Team galt lange als schlecht geführt, mit geringen Investitionen und einem Ruf für unberechenbare Personal-Entscheidungen. Doch 2020 änderte sich alles: Die Bengals erhielten den ersten Draft-Pick und wählten Joe Burrow – und damit begann eine neue Ära.
2. Erfolge und Titel
Super Bowl Siege
Noch kein Super Bowl-Sieg. Drei Niederlagen:
– Super Bowl XVI (1981): Niederlage gegen San Francisco 49ers 21-26
– Super Bowl XXIII (1988): Niederlage gegen San Francisco 49ers 16-20 (Montana-Drive!)
– Super Bowl LVI (2021): Niederlage gegen Los Angeles Rams 20-23
AFC/Conference Championships
- AFC Championships: 1981, 1988, 2021
Weitere Erfolge
- Division Titles in der AFC Central/North
- Back-to-Back AFC Championship-Appearances 2021/2022 unter Burrow
3. Die größten Legenden
Anthony Munoz (OT, 1980-1992): Munoz gilt weithin als der beste Offensive Lineman in der NFL-Geschichte. Dreizehnmal Pro Bowl, zweimal All-Pro und eine Karriere der absoluten Dominanz an der Offensive Line. Er beschützte die Bengals-Quarterbacks und eröffnete Löcher für die Running Backs mit einer Kombination aus technischer Perfektion und schlichter Kraft, die zu seiner Zeit ohne Gleichen war. Hall of Fame seit 1998.
Boomer Esiason (QB, 1984-1992, 1997): Esiason war das Gesicht der Bengals in ihrer erfolgreichsten Ära. Der linkshändige Quarterback wurde 1988 zum NFL MVP und führte Cincinnati zum Super Bowl. Sein schnelles Passspiel und seine Führungsqualitäten machten ihn zu einem der besten seiner Generation.
Ken Anderson (QB, 1971-1986): Anderson war der Quarterback der frühen Bengals-Ära. Bekannt für seine unglaubliche Präzision (er führte 1982 die NFL mit einer Completion-Rate von 70,55% an – ein Rekord, der Jahre hielt), war er das ruhige Herzstück einer Mannschaft, die mehrfach nahe am Titel war.
Chad Johnson/Ochocinco (WR, 2001-2010): Johnson – der sich 2008 offiziell in „Chad Ochocinco“ umbenannte, nach seiner Rückennummer 85 auf Spanisch – war einer der unterhaltsamsten und begabtesten Wide Receiver seiner Generation. Sechs aufeinanderfolgende 1.000-Yard-Saisons und unzählige kreative Touchdown-Celebrations machten ihn zu einem NFL-Entertainment-Phänomen.
Cris Collinsworth (WR, 1981-1988): Collinsworth war Esiasons und Andersons bevorzugter Passempfänger in den großen Bengals-Jahren. Ein brillanter Route-Runner mit exzellenten Händen. Heute ist er als Kommentator bei NBC Sports („Sunday Night Football“) weltbekannt.
4. Das Stadion – Paycor Stadium
Das Paycor Stadium in Cincinnati, Ohio, liegt direkt am Ohio River in der Innenstadt und bietet einen spektakulären Blick auf die Skyline der Stadt. Es fasst rund 65.515 Zuschauer und wurde 2000 eröffnet.
Das Stadion ist bekannt für seine ausgezeichnete Sichtlinie – von nahezu jedem Platz hat man einen guten Blick auf das Spielfeld. Die orange-schwarze Farbgestaltung des Stadions spiegelt die Teamfarben wider, und an Spieltagen verwandelt es sich in ein bengalisches Farbenmeer.
Die Lage am Fluss gibt dem Paycor Stadium einen einzigartigen Charme. Das Tailgating auf den Parkplätzen und in den nahegelegenen Bars am Ohio River ist ein authentisches Erlebnis. Cincinnati ist eine unterschätzte Stadt – mit großartiger Brauerei-Kultur, exzellenten Restaurants und einer freundlichen, bodenständigen Bevölkerung.
5. Maskottchen, Traditionen und Fan-Kultur
„Who Dey!“ ist der berühmt-berüchtigte Schlachtruf der Bengals-Fans. Er entstand in den 1980ern als direkte Herausforderung: „Who dey think gonna beat dem Bengals?“ (Wer denkt, dass er die Bengals schlagen kann?) In Cincinnati ist „Who Dey“ mehr als ein Schlachtruf – es ist eine Identität.
Der Bengal-Tiger auf dem Helm mit den charakteristischen Streifen ist eines der kühnsten Helmet-Designs der NFL. Kein anderes Team hat einen ähnlich wilden, unkonventionellen Look.
Die Bengals-Fanbase gilt als loyal und leidenschaftlich – auch in schwierigen Jahren. Die Joe-Burrow-Ära hat einen neuen Generationen-Fanatismus entfacht, besonders bei jüngeren Fans.
6. Die größten Rivalitäten
Die Hauptrivalität der Bengals ist die gegen die Pittsburgh Steelers – eine der intensivsten in der AFC North. Die physische, brute-force-Art dieser Rivalität hat zu zahlreichen denkwürdigen Spielen geführt. Steelers-Bengals ist ein Pflichtereignis für jeden Football-Fan.
Auch die Rivalität mit den Baltimore Ravens gewinnt in der neuen Ära an Bedeutung: Mit Lamar Jackson bei den Ravens und Joe Burrow bei den Bengals prallen zwei der aufregendsten Quarterbacks der Liga regelmäßig aufeinander.
7. Mythen, Anekdoten und unvergessliche Momente
- Joe Montanas 92-Yard-Drive (Super Bowl XXIII, 1988): In den letzten Minuten führte Montana die 49ers von der eigenen 8-Yard-Linie zum entscheidenden Touchdown. Es ist einer der großen Momente in Super Bowl-Geschichte – und einer der schmerzhaftesten für Bengals-Fans.
- Joe Burrows Aufstieg: Burrow wurde nach einem fast katastrophalen College-Beginn (er wurde von Ohio State nicht genügend eingesetzt) zum Heisman Trophy-Gewinner und dann zum #1-Overall-Draft-Pick. Seine Geschichte ist eine der großen Comebacks im modernen Sport.
- Burrows Achillessehnenriss (2023): Wie so oft traf das Pech die Bengals zur falschen Zeit – Burrow riss sich die Achillessehne in der Mitte der erfolgreichen 2023er Saison. Das Team brachte es trotzdem zu einem akzeptablen Ergebnis.
- Tiger-Streifen Helme: Bengals-Helme sind seit 1981 mit diagonalen Tiger-Streifen verziert – ein Design, das so kühn war, dass es jahrelang diskutiert wurde, heute aber als Klassiker gilt.
- Wer ist „Who Dey“?: Die Ursprünge des Schlachtruf-Rechts sind Gegenstand eines jahrzehntelangen Streits zwischen den Bengals und den New Orleans Saints, die einen ähnlichen „Who Dat“-Ruf verwenden.
8. Hall of Fame – Die Unsterblichen
- Anthony Munoz (OT) – 1998
- Charlie Joiner (WR) – 1996 (auch San Diego-Zeit)
9. Aktuelle Stars (Stand: Frühjahr 2025)
Joe Burrow (Quarterback): Burrow ist schlicht einer der besten Quarterbacks der NFL. Sein präzises Passspiel, seine Coolness unter Druck und sein Führungscharakter machen ihn zum unbestrittenen Franchise-Player der Bengals.
Ja’Marr Chase (Wide Receiver): Chase und Burrow spielten bereits zusammen in der LSU und setzten dieses Zusammenspiel in der NFL fort. Chase ist einer der besten Receiver der Liga – mit explosiver Schnelligkeit und brilliant in der Route-Running.
Hinweis: Bitte aktuellen Stand auf bengals.com prüfen.
10. Tipps für deutsche Fans: So erlebst du ein Heimspiel live
Tickets kaufen
Tickets auf Ticketmaster und StubHub buchbar. Cincinnati ist ein kleinerer NFL-Markt – für normale Spiele gut verfügbar, für Burrow-Blockbuster frühzeitig buchen.
Anreise und Unterkunft
Cincinnati/Northern Kentucky International Airport (CVG) ist gut erreichbar via Frankfurt (Verbindung über New York, Charlotte oder Chicago). Hotels in Downtown Cincinnati auf Booking.com* – die Innenstadt liegt zu Fuß oder per Uber nah am Stadion.
Gameday-Tipps
- Cincinnati Chili probieren – das lokale Wahrzeichen (Chili über Spaghetti!)
- Brewery District besuchen: Cincinnati hat eine reiche Brauerei-Geschichte
- Ohio River Promenade für Stadion-Atmosphäre
- Who Dey-Schlachtruf lernen – Fans werden es lieben
Kosten
- Tickets: 70-220 USD
- Hotel Downtown (2 Nächte): 120-280 USD
- Flug Frankfurt-Cincinnati (Hin-Rück): ca. 550-900 EUR
- Verpflegung: 30-50 USD im Stadion
Fazit
Die Cincinnati Bengals sind ein Team im Aufstieg. Nach Jahren des Mittelmaßes hat die Burrow/Chase-Kombination das Franchise wieder zu einem ernsthaften Super Bowl-Kandidaten gemacht. Cincinnati selbst ist eine charmante, unterschätzte Stadt mit eigenem Flair – perfekt für Reiseblogger, die abseits der ausgetretenen Pfade authentische Amerika-Erfahrungen suchen.
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Stand: Mai 2026. NFL-Rosters regelmäßig prüfen.





