Washington Commanders

Kurze Einleitung: Die Washington Commanders haben eine der turbulentesten und interessantesten Geschichten der NFL – von drei Super Bowl Siegen in den 1980ern über einen jahrzehntelangen Namensstreit bis zur Neugeburt als Commanders 2022. Dieser Guide beleuchtet alle Facetten eines Teams, das sich gerade neu erfindet.


⚡ Quick Facts auf einen Blick

Merkmal Details
Vollständiger Name Washington Commanders
Gegründet 1932 (als Boston Braves)
Stadt Landover, Maryland (MD)
Conference NFC
Division NFC East
Stadion Northwest Stadium (ehem. FedExField)
Kapazität ~67.617
Teamfarben Burgund, Gold
Maskottchen Major Tuddy (seit 2023)
Head Coach (2025) Dan Quinn
General Manager Adam Peters
Besitzer Josh Harris Gruppe (seit 2023)
Super Bowl Siege 3 (XVII/1982, XXII/1987, XXVI/1991)
Conference Championships 5
Offizielle Website commanders.com

1. Geschichte & Ursprung

Die Geschichte der Washington Commanders beginnt 1932 in Boston, wo die Franchise als „Boston Braves“ gegründet wurde – ein Jahr später umbenannt in „Boston Redskins“. 1937 zog das Team nach Washington D.C., wo es als Washington Redskins zu einem der bekanntesten Teams der NFL werden sollte. Die frühen Jahrzehnte waren turbulent, und erst unter Coach George Preston Marshall wurde die Franchise zu einem Aushängeschild professionellen Footballs im amerikanischen Süden und Osten.

Die goldene Ära des Clubs begann in den 1970ern unter Coach George Allen und explodierte in den 1980ern unter der Leitung von Joe Gibbs – einem der größten Coaches der NFL-Geschichte. Mit drei Super Bowl Siegen in zehn Jahren (1982, 1987, 1991) etablierten sich die Redskins als Dynasty. Die berühmten „The Hogs“ – eine imposante Offensive Line mit Spielern wie Russ Grimm und Joe Jacoby – wurden zum Symbol einer physischen, dominanten Offense.

Der Wendepunkt in der Geschichte des Clubs war die Namensänderung. Jahrelang stand der Name „Redskins“ im Mittelpunkt einer gesellschaftlichen Debatte, da er von Native Americans als beleidigend und verletzend empfunden wurde. Unter dem Druck von Sponsoren, dem NFL-Commissioner und einer wachsenden öffentlichen Bewegung gab das Team 2020 seinen historischen Namen auf und spielte übergangsweise als „Washington Football Team“ (WFT). 2022 wurde der endgültige neue Name verkündet: die Washington Commanders. Ein Neuanfang mit Burgund und Gold – und dem Versprechen, auch sportlich wieder oben anzuklopfen.

Mit dem neuen Eigentümer Josh Harris (der 2023 für 6,05 Milliarden Dollar kaufte – damals teuerste Franchise-Übernahme der Sportgeschichte) und Quarterback-Talent Jayden Daniels, der 2024 als Rookie der Saison ausgezeichnet wurde, scheint Washington endlich auf dem Weg nach oben.


2. Erfolge & Titel 🏆

Super Bowl Siege

  • Super Bowl XVII (1983): Washington Redskins 27 – Miami Dolphins 17 | John Riggins MVP
  • Super Bowl XXII (1988): Washington Redskins 42 – Denver Broncos 10 | Doug Williams MVP
  • Super Bowl XXVI (1992): Washington Redskins 37 – Buffalo Bills 24 | Mark Rypien MVP

NFC/Conference Championships

  • 5 Conference Championships (1972, 1982, 1983, 1987, 1991)

Weitere Erfolge

  • 5 Division-Titel (NFC East)
  • NFL Championship 1937, 1942 (Pre-Super Bowl)

3. Die größten Legenden

John Riggins (RB, 1976–1985) – „Riggo“ ist eine der kultigsten Figuren in der Geschichte der NFL. Der eigenwillige, kräftige Running Back lief für seinen berühmtesten Moment mitten im Super Bowl XVII auf 43 Yards durch die Dolphins-Defense – der Play, der „70 Chip“ genannt wurde. Er war bekannt für seine unorthodoxe Persönlichkeit, träumte davon, eines Tages Schriftsteller zu werden, und spielte mit einer Brutalität, die Gegner einschüchterte.

Doug Williams (QB, 1986–1989) – Williams schrieb Geschichte als erster afroamerikanischer Starting-Quarterback im Super Bowl. Im Super Bowl XXII von 1988 spielte er eine der dominantesten Halbzeiten, die ein QB je im Finale gezeigt hat: vier Touchdown-Pässe in einem einzigen zweiten Quarter (35 Punkte in 15 Minuten!). Er antwortete auf die inzwischen legendäre Frage eines Reporters vor dem Spiel – „Wie lange bist du schon ein schwarzer Quarterback?“ – mit einer Würde, die ihn für immer zu einem Symbol des Fortschritts machte.

Darrell Green (CB, 1983–2002) – Green spielte 20 Saisons für Washington und ist einer der schnellsten Spieler, die je in der NFL standen. Er war der erste Spieler über 40, der im offiziellen 40-Yard-Dash schneller als 4,5 Sekunden lief. Seine Loyalität zu einem einzigen Team über zwei Dekaden ist in der modernen NFL kaum vorstellbar.

Art Monk (WR, 1980–1993) – Monk war einer der verlässlichsten und professionellsten Wide Receiver seiner Generation. Er war kein Showman – er kam, fing Pässe und machte Touchdowns. Seine 940 Receptions (damals Rekord) zeugten von einer Konstanz, die seinesgleichen suchte.

Sonny Jurgensen (QB, 1964–1974) – Jurgensen hatte einen der besten Arme der NFL und ist einer der unterschätztesten Quarterbacks der Geschichte. Er spielte in einer Ära, in der das Passerspiel noch in den Kinderschuhen steckte, und war dennoch seiner Zeit weit voraus.


4. Das Stadion – Northwest Stadium

Das Northwest Stadium – früher als FedExField bekannt – liegt in Landover, Maryland, etwa 15 Kilometer östlich von Washington D.C. Mit einer Kapazität von über 67.000 Zuschauern ist es eines der größten Stadien der NFL, wenn auch eines, das in den letzten Jahren in die Jahre gekommen ist.

Das Stadion selbst ist seit Jahren Gegenstand von Diskussionen – Pläne für einen neuen Standort, eventuell zurück in Washington D.C. selbst, werden seit Jahren diskutiert. Die neue Eigentümergruppe unter Josh Harris hat Interesse an einem modernen, innerstädtischen Stadion signalisiert, das der Franchise neues Leben einhauchen soll.

Die Atmosphäre an Spieltagen ist trotz der Infrastruktur-Debatten intensiv: Die Burgund-und-Gold-Fangemeinde ist leidenschaftlich und blickt mit Optimismus auf die Ära Jayden Daniels. Tailgating auf den Parkplätzen rund um das Stadion ist eine lange Tradition, und die Nähe zu Washington D.C. macht einen Spieltag-Besuch ideal für eine umfassende Hauptstadt-Reise.


5. Maskottchen, Traditionen & Fan-Kultur

Major Tuddy ist seit 2023 das neue offizielle Maskottchen der Commanders – ein kartenhafter Commander in Burgund und Gold. Das Maskottchen ist Teil der neu aufgebauten Marken-Identität nach der Namensänderung und soll das Team in eine frische Richtung führen.

Die Fankultur der Commanders trägt noch viel von der alten Redskins-Kultur: Die Farben Burgund und Gold sind tief verankert, und ältere Fans verbinden sie mit den Erfolgen der Gibbs-Ära. Die Neuerfindung als Commanders ist noch in Gang, aber die Leidenschaft für Football in der DC-Region ist ungebrochen.


6. Die größten Rivalitäten

In der NFC East ist die Rivalität mit den Dallas Cowboys die prägendste. Washington und Dallas haben jahrzehntelang um die Division-Herrschaft gekämpft, und die Begegnungen beider Teams sind stets emotional aufgeladen.

Die Rivalität mit den Philadelphia Eagles ist intensiv und körperlich – zwei Teams, die ihre Geschichte stark mit der NFC East verknüpft haben. Auch die New York Giants sind ein traditioneller Rivale, mit dem es in großen Playoff-Momenten der 1980er wichtige Duelle gab.


7. Mythen, Anekdoten & unvergessliche Momente

  • „70 Chip“ im Super Bowl XVII (1983): John Riggins rannte auf einem berühmten 43-Yard-Touchdown, überrannte dabei Cornerback Don McNeal und schrie auf dem Feld: „Dancing is over.“ Der Play gilt als einer der mutigsten und prägendsten in der Super Bowl Geschichte.
  • Doug Williams‘ zweites Viertel (Super Bowl XXII): 35 Punkte in einem einzigen Viertel – das ist bis heute Super Bowl Rekord für einen einzelnen Quarter. Williams warf vier Touchdown-Pässe in einer Halbzeit, die American Football-Geschichte schrieb.
  • Die Hogs: Die Offensive Line der 1980er unter Center Jeff Bostic und Guards wie Russ Grimm waren so dominant, dass Running Backs hinter ihnen Rekorde brachen. Sie nannten sich selbst „The Hogs“ und wurden zur Legende.
  • Der Namensstreit: Die jahrelange Debatte um den alten Teamnamen zog sich über Jahrzehnte. Erst als Sponsoren wie FedEx 2020 drohten, ihre Verträge zu kündigen, gab Eigentümer Dan Snyder nach. Seither versucht die Franchise, ein neues Kapitel aufzuschlagen.
  • Dan Snyder-Ära: Snyders Eigentümerschaft (1999–2023) gilt als eine der schlechtesten in der NFL-Geschichte – sportliche Misserfolge, arbeitsrechtliche Skandale und Ermittlungen durch den US-Kongress. Der Verkauf 2023 an die Harris-Gruppe war für viele Fans eine Erlösung.

8. Hall of Fame – Die Unsterblichen

Pro Football Hall of Fame Inductees (Washington):
– Turk Edwards (OT, 1969)
– Sammy Baugh (QB, 1963)
– Wayne Millner (E, 1968)
– Bobby Mitchell (WR/RB, 1983)
– Charley Taylor (WR, 1984)
– Sam Huff (LB, 1982 – auch Giants)
– Sonny Jurgensen (QB, 1983)
– Chris Hanburger (LB, 2011)
– Russ Grimm (OG, 2010)
– Art Monk (WR, 2008)
– Darrell Green (CB, 2008)
– John Riggins (RB, 1992)
– Dave Butz (DT, voraussichtlich zukünftig)
– Doug Williams (QB, verdient, noch nicht inducted)


9. Aktuelle Stars (Stand: Frühjahr 2025)

Jayden Daniels (QB) – Der 2024er Nummer-2-Pick hat sofort Eindruck gemacht und wurde zum Offensive Rookie of the Year gewählt. Daniels bringt Elite-Athletik und Passing-Präzision – er ist das Gesicht der neuen Commanders-Ära.

Terry McLaurin (WR) – „Scary Terry“ ist seit Jahren der verlässlichste Receiver in Washington. Er hat trotz wechselnder Quarterback-Situationen stets seine Klasse bewiesen und ist nun mit Daniels ein gefährliches Duo.

Jonathan Allen (DT) – Allen ist eines der Fundamente der Washington-Defense. Ein echter Leader auf der Defensivlinie, der Run-Stopp und Pass-Rush gleichermaßen beherrscht.

Hinweis: NFL-Rosters ändern sich regelmäßig. Bitte aktuelle Informationen auf commanders.com prüfen.


10. Tipps für deutsche Fans: So erlebst du ein Heimspiel live

Tickets kaufen

Tickets für Commanders-Heimspiele gibt es über Ticketmaster oder StubHub. Die Nachfrage ist nach den guten Leistungen mit Daniels gestiegen. Preise starten bei ca. 60–100 USD.

Anreise & Unterkunft

Das Northwest Stadium liegt in Landover, Maryland, gut per Metro erreichbar (Green/Yellow Line, Station Largo Town Center + Shuttle). Hotels in Washington D.C. bieten die beste Kombination: Hauptstadt-Sightseeing plus Spieltag. Unterkünfte auf Booking.com*.

Gameday-Tipps

  • Metro nutzen: Parken kostet Zeit und Nerven; die Metro ist bequemer und günstiger
  • Burgund und Gold tragen: Trikots von McLaurin oder Daniels sind perfekt
  • Hauptstadt kombinieren: Washington D.C. bietet kostenlose Smithsonian-Museen, das Capitol und viele historische Sehenswürdigkeiten
  • Früh starten: Tailgating auf dem Parkplatz beginnt 2-3 Stunden vor dem Spiel

Kosten

  • Tickets: 60–300 USD je nach Spiel
  • Hotel Washington D.C. (1 Nacht): 180–400 USD
  • Metro: ca. 5–8 USD
  • Verpflegung im Stadion: 40–70 USD

Fazit

Die Washington Commanders stehen für eine Franchise im Wandel – mit glorreicher Vergangenheit (drei Super Bowls), turbulenten mittleren Jahren und einem hoffnungsvollen Neuanfang. Jayden Daniels, ein neuer Eigentümer und der neue Name geben Washington eine Chance, an alte Glanzzeiten anzuknüpfen. Für deutsche Fans bietet ein Spieltag in der US-Hauptstadt eine einzigartige Kombination: Historie, Politik und Football am besten Ort der Nation.


📌 Affiliate-Hinweis: Links mit * sind Affiliate-Links. Tickets über Ticketmaster oder StubHub buchen. Hotels in der Umgebung findet ihr auf Booking.com.*

🔄 Stand: Mai 2026. NFL-Rosters, Coaches und Stadioninfos ändern sich regelmäßig. Bitte vor dem Besuch aktuellen Stand prüfen.

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